Aktuell
Sogenannte Doppelleucht-Globen zeigen die Welt und die Erde. Man knipst ein Licht an, und es erscheinen Länder, Grenzen, Hauptstädte - die politische Welt. Licht aus, und man sieht Wüsten, Wälder, Meeresströmungen - die physische Erde. Einen solchen Globus hatte in seinem Elternhaus der belgische Schriftsteller David Van Reybrouck. Licht aus, Licht an.
Für Van Reybrouck ist dieses kugelförmige Modell eine Metapher für die globalen Herausforderungen unserer Zeit:
Die weitgehend unaufgearbeitete Coronakrise warf eine Vielzahl juristischer Fragen auf: Kann man den Hütern unserer Verfassung eine nur selektive Tatsachenwahrnehmung attestieren? Wie geht die Justiz mit Richtern um, die in politisch brisanten Verfahren offiziellen Narrativen widersprechen? Müssen Soldaten bei der Einführung neuartiger modRNA-Impfstoffe mehr erdulden als andere Mitbürger? Welche Hoffnung auf zivilrechtliche Haftung der Hersteller haben Geschädigte bei Impfschäden? Was war die Grundlage, um Ärzte wegen der Erstellung unrichtiger Gesundheitszeugnisse zu verurteilen? Rechtfertigt die Ausrufung einer Pandemie die Aushebelung des Haushaltsrechts? Welche Gefahren für unsere Freiheitsrechte drohen auch in Zukunft durch die befürchtete Verabschiedung der internationalen Gesundheitsvorschriften?
Wie interviewt man einen Diktator?
Adolf Hitler hat im Verlauf seiner politischen Karriere der ausländischen Presse mehr als hundert Interviews gegeben. Journalistinnen und Journalisten aus aller Welt fanden den deutschen Diktator als Gesprächspartner faszinierend. Lutz Hachmeister erzählt nun erstmals die aufschlussreiche Gesamtgeschichte dieser Treffen.
Marino Bodenmann, 1893–1964, ist in Fiesch im Oberwallis als Halbwaise in ärmlichsten Verhältnissen aufgewachsen. Als Geissbub hat er bei der Ernährung seiner Bergbauernfamilie mitgeholfen. Nur mit einfachster Schulbildung emigriert er 1912 als Hotelkellner nach Neapel. 1915 kehrt er als Sozialist zurück und trifft im roten Grenchen, zukunftsweisend, die Familie des russischen Berufsrevolutionärs Josef Kirschbaum und Willi Münzenberg. 1918 wird er Parteisekretär für die Bolschewiken in Seelmann im deutsch-russischen Wolgagebiet. 1919 gründet er in Berlin den Kommunistischen Jugendverband mit und wird 1921 zum ersten Sekretär der Kommunistischen Partei der Schweiz KPS gewählt, um dann als Vertreter der Schweiz im Jahr 1922 im Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale in Moskau mit Generalsekretär Lenin am Tisch zu sitzen und am Aufbau der kommunistischen Weltbewegung mitzuarbeiten.
Ali und Malika sind erst vor kurzem in eine schicke Wohnung im Pariser Viertel Belleville eingezogen: Sie sind jung und verliebt, die Zukunft liegt ihnen zu Füßen, beste Aussichten erwarten sie. Ali, gebürtiger Marokkaner, brillanter Ingenieur, lebt seit nunmehr 10 Jahren in Frankreich. Malika ist Lehrerin, spricht kein Arabisch und weiß so gut wie nichts über die Kultur ihrer marokkanischen Eltern. Ihr Glück könnte perfekt sein, wenn Ali sich nicht plötzlich gezwungen sehen würde, seine Arbeit aufzugeben: Wegen seiner Herkunft hat das IT-Unternehmen, das ihn beschäftigt, ihn von einem sensiblen Projekt abgezogen, an dessen Entwicklung er bereits seit Monaten gearbeitet hat. Ali ist frustriert und sieht seine Lage immer pessimistischer, er versinkt zunächst in der Hoffnungslosigkeit und gleitet dann in den Extremismus. Der Alltag wird für das Paar zur Hölle ...
Hans Dieter Schäfers richtungsweisende Studie in einer erweiterten Neuausgabe.
Bis 1940 gab es in Deutschland Hollywoodfilme, bis 1942 Coca-Cola und bis 1945 Swing-Musik - Hans Dieter Schäfers Untersuchung über NS-Ideologie und -Praxis sorgte Anfang der 1980er Jahre im In- und Ausland für großes Aufsehen. Lange hatte nach 1945 das Bild eines perfekten NS-Zwangsstaates vorgeherrscht; Schäfer zeigte anhand unterschiedlichster Quellen, dass das Dritte Reich gar nicht so totalitär war: Es gab vielmehr ein mit der Nazi-Weltanschauung erfolgreich konkurrierendes Angebot von »Konsum- und Zerstreuungswerten«, bis hin zu einem »bruchlos im Dritten Reich weiterwirkenden Amerikanismus«.
Nach langer Stille um die staatlichen Raumfahrtprogramme erlebt die Weltraumfahrt eine Renaissance unter dem Vorzeichen der Privatisierung. Touristen werden ins All befördert, Pläne zum Bergbau auf Asteroiden ins Auge gefasst, neue Stätten der Menschheit gesucht – so beginnt die Kolonisation des Weltalls. Einher geht damit die Verfertigung eines neuen Menschenbildes, in dem die Realität vollkommen störungsfrei mit der Imagination übereinkommen soll. Ein Bild, wie Jan Völker anekdotenreich, zugleich mit bestechender Stringenz darlegt, aus dem das Unbewusste ausgeschieden ist.
Zwischen Libanon und Tirol: Aus einer Reportage über die Graffitiszene in Beirut wird eine Reise in die dunkle Vergangenheit der eigenen Familie.
Größer könnte der Kontrast nicht sein: Gerade noch in Beirut, kehrt der Mann, der hier erzählt, in das Bergdorf in Tirol zurück, aus dem er stammt. Die Wintersaison ist vorbei, alles ist wie ausgestorben, in Ruhe will er an seiner Reportage über die Kunstszene im Libanon arbeiten. Doch Rami, ein Sprayer, den er auf seiner Reise getroffen hat, ruft in ihm Erinnerungen wach, die bis in seine Kindheit zurückreichen: ...
Wie Diskriminierung die Verbreitung von Infektionskrankheiten beeinflusst
AIDS, Cholera, die Spanische Grippe - die Folgen von Epidemien werden auch durch menschliches Handeln bestimmt. Nicht-weiße Menschen sind schwerer von solchen Ereignissen betroffen und haben ein höheres Sterberisiko. Kolonialismus, Ausgrenzung und Rassismus potenzieren Krankheitsausbrüche und vergrößern das Leid. Diese fatalen Unterschiede zeigt Edna Bonhomme in ihrem Buch, in dem sie eine spannende Reise durch die Zeit der Krankheiten und Seuchen unternimmt: ...
"Blühende Landschaften mit ansteigendem Bocksgesang" ist ein kritisch-ironisches Stück über die deutsch-deutsche Vereinigung, den ökonomischen Kollaps der Nachwende-Zeit und die kollektiven Schocks und Entwertungserfahrungen der Ostdeutschen. Eine Farce, in der zwei Narren, West-Narr und Ost-Närrin, die Bürgerrechtlerin Johanna und der Treuhand-Chef Rauler die Hauptrollen spielen.
Michael Schneider, Wiesbadens Kultur-und Konell-Preisträger, fährt in diesem Stück Versatzstücke einer ganzen Theatergeschichte von Shakespeare bis Brecht auf: ...






